Elektroauto fahren ist ein besonderes Vergnügen: Der kräftige Schub beim Beschleunigen und die lautlose Fortbewegung üben einen hohen Reiz aus. Nach gut 50 scharf gefahrenen Kilometern im neuen Opel Ampera ist allerdings Ebbe im Akku (Ladezeit vier Stunden). Die verbleibende Reichweite nähert sich null Kilometern – und das auf freier Strecke. Bei einem reinen Elektroauto hieße es jetzt, schleunigst eine Steckdose zu finden – und notgedrungen eine Bleibe für viele Stunden, bis die Batterien wieder aufgeladen sind. Nicht so beim jüngsten Spross aus Rüsselsheim: Kaum merklich springt ein 1,4 Liter großer Vierzylinder-Benziner (86 PS) an, der als Generator fungiert. Der Ampera wird weiterhin von dem 111 kW/150 PS starken Elektromotor angetrieben. Mit diesem Antriebsarrangement entfällt eines der Hauptargumente gegen Elektroautos: die geringe Reichweite, die sie zu reinen Stadt- und Drittfahrzeugen degradiert. Denn das Leben mit einem reinen Elektroauto ist voller Unwägbarkeiten – ein Stau oder widrige Wetterverhältnisse können die schöne Reiseplanung zerstören und die Batterie schneller als erwartet entladen. Andererseits sind rund 80 Prozent aller Fahrten kürzer als 60 Kilometer, sagt nicht nur Opel. Und diese Distanz lässt sich bei normaler Fahrweise mit dem Ampera problemlos rein elektrisch bewältigen. Dabei braucht in keiner Weise Verzicht geleistet zu werden. Mit einem maximalen Drehmoment von 370 Nm, das vom Start weg zur Verfügung steht, und der Leistung von 111 kW/150 PS spurtet der immerhin 1732 kg schwere Viertürer in nur neun Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 161 km/h abgeregelt – und zwar deutlich spürbar. Technisch werden viele Komponenten der Astra- und Zafira-Plattform verwendet, die intern auf den Namen Delta hört. Und auch das Raumangebot des 4,5 Meter langen Ampera entspricht weitgehend dem Astra. Das Privileg, eines der ersten Elektroautos zu fahren, ist allerdings nicht billig: Der Ampera kostet bereits in der Basisausführung 42 900 Euro.
Autor: SP-X/JM
Foto: Opel

